LEHMFAQ’s // N°2 Feuchteregulierung

Die 7 wichtigsten FAQ’s zur Feuchteregulierung mit Lehmputz

  1. Je sauberer und feuchteregulierter die Luft, desto wohler fühlen wir Menschen uns. Es gibt für Schimmelpilze keinen Nährboden, um sich bilden zu können. Ein Vorteil für Allergiker und Asthmatiker.
  2. 5 mm Lehmputz reichen aus, um einen Effekt zu erzielen. Für eine Langzeitwirkung, auch über die Jahreszeiten hinweg, empfiehlt sich ein Aufbau von mindestens 20 mm Lehm.
  3. Zu trockene Luft wird im Winter „angereichert“, zu feuchte Luft im Sommer „getrocknet“.
  4. Im Sommer wie im Winter – Lüften nicht vergessen! Trotz dieser wunderbaren Eigenschaft des Lehms muss der Raum gelüftet werden. Am besten direkt aus dem Fenster und nie durch die Tür in die Wohnung hinein lüften. Feuchtigkeit sollte immer direkt nach Aussen abtransportiert werden.
  5. Sättigung im Lehmputz kann mit normalem Wohnverhalten nicht erreicht werden.
  6. Lehm hat keine Eile, die Wassermoleküle werden dann wieder abgegeben, wenn die Luft Platz dafür hat.
  7. Schaff dir einen Hygrometer an!

Good Morning Window – Foto Designed by Freepik

Stell dir vor du kommst aus der Dusche und der Spiegel ist nicht beschlagen.

Lehm hat diese fantastische Eigenschaft! Die Wassermoleküle in der Luft werden im Lehmputz oder der Lehmwand eingelagert und anschließend sehr reguliert wieder abgegeben. Das verhindert übermäßig feuchte oder übermäßig trockene Luft, was die wohl bekannte Behaglichkeit im Raum durch Lehm ausmacht.

Die optimale Luftfeuchtigkeit für Menschen liegt bei etwa 40-60 %, dann fühlen wir uns wohl und gesund. In Badezimmern und Küchen liegt die relative Luftfeuchte aber meist etwas höher als im Wohn- und Schlafbereich. Auch in Kellerräumen ist öfter mehr Feuchtigkeit enthalten, als gewünscht.

Um Schimmelbildung und damit einhergehende Krankheitsherde zu vermeiden sollte die relative Luftfeuchte sich bei 50% einpendeln. Lehmputz schafft es diesen Feuchtigkeitsgehalt konstant zu halten. Durch seine Offenporigkeit haben Wassermoleküle Platz sich dort einzunisten und zu verweilen, bis die Luft wieder Kapazität hat die bislang überschüssigen Wassermoleküle aufzunehmen. Das geht mitunter sehr schnell, so dass der beim Duschen entstehende Dunst direkt schon eingezogen wird.

Ist dauerhaft hohe Feuchtigkeit in Räumen vorhanden kann es zu Schimmelpilzbildung in den Wänden führen. Daher ist das regelmäßige und bewusste Lüften zu jeder Jahreszeit wichtig, um die überschüssige Feuchtigkeit aus dem Raum zu bringen. In jedem Raum, mit jeder Wandoberfläche! Wände, die mit einer geschlossenen Oberfläche ausgestattet sind wie Gips, Fliesen oder Acrylfarbe haben keine Poren und nehmen daher auch kein Wasser auf. Dort perlt mitunter das Wasser dann von der Wand, wenn zu viel Dampf im Raum ist.

Entgegen der Erwartung ist in unseren Breitengraden die Luft im Sommer sehr viel feuchter als im Winter. Auch an regnerischen Novembertagen beträgt die relative Luftfeuchte weniger Prozent als an einem schwülen Sommertag im Juli. Ein dauerhaft gekipptes Fenster kann daher einen gegenteiligen Effekt haben, darum ist es besser 3 Mal täglich 5 Minuten stoßzulüften.

Eine Sättigung kann im Lehmputz mit normalem Wohnverhalten nicht erreicht werden, es wird also bei übermäßiger Duscherei nicht von den Wänden regnen. Trotzdem ist es wichtig ordentlich und regelmäßig zu lüften, damit der Lehmputz seine Arbeit machen kann.

Aber wie macht der Lehm das?

Eine Lehmoberfläche ist mikroskopisch gesehen keine glatte Oberfläche. Dadurch, dass im Lehm keine chemischen Bindemittel vorhanden sind (und auch nie sein sollten!) entstehen zwischen den einzelnen Bestandteilen, den Schluff- und Sandkörnern, Lufträume. Die Stabilität erhält der Lehm, wie wir aus dem letzten Artikel wissen, über die „Verklebung“ der Tonmineralien, die die Sandkörner einbinden.

Durch die Lufträume vergrößert sich die Oberfläche des Lehms stark. Sie ist in etwa 20.000 Mal so groß wie die Oberfläche eines Gipsputzes, der eine sehr komprimierte und dichte Oberfläche hat.

Die Hohlräume im Lehm stehen den Wassermolekülen zur Verfügung, um sich dort einzulagern. Wenn die Feuchtigkeit in der Luft also steigt, zum Beispiel während des Duschens, können diese Wassermoleküle sich rasant in den Hohlräumen des Lehms einnisten und verschwinden somit aus der Luft. Die kühle Oberfläche des Spiegels oder des Fensters hat also keinen Grund mehr zu beschlagen.

Luftfeuchtigkeit kann man problemlos messen. Geräte, die den relativen Feuchtegehalt in % anzeigen können, nennt man HYGROMETER.

Hygrometer – normale Luftfeuchte bei 40-60%

Aber wie wäre es mit einem kleinen Selbstversuch? Ein Hygrometer kann man im Baumarkt deines Vertrauens oder im Internet für sehr wenig Geld kaufen, manchmal gibt es sie auch im Thermometer gleich integriert. Wirklich schöne Modelle bekommt man dagegen so ab 20 €.

Hygrometer und Thermometer kombiniert

Stelle diesen einfach in deiner Wohnung auf und beobachte den Wert eine Zeit lang. Ein Unterschied von Bad zu Wohnzimmer sollte schnell ablesbar sein, aber wie lange dauert es wohl nach dem Duschen den Wasserdampf wieder aus dem Raum zu bringen? Und wie schnell geht das, wenn das Bad kein Fenster hat?

Lehm hat dahingehend übrigens keine Eile, er speichert die Wassermoleküle so lange, bis sie nach und nach wieder abgegeben werden können. Bei einem Bad ohne Fenster also auch erst dann, wenn die Lüftungsanlage die verbrauchte Luft abgetragen hat.

Habt ihr Fragen oder Anregungen zu diesem Post, dann her damit!

° Eure, Sandra

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